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Diesellokomotive V 60 1095

Diesellokomotive V 60 1095

Hersteller: VEB Lokomotivbau Karl-Marx in Potsdam-Babelsberg

Baujahr: 1963

Baureihe: V 60

Betriebs-Nr.: Werkslok Nr. 605 beim Stahl- und Walzwerk Brandenburg

Fabrik-Nr.: 270 095

Leistung: 650 PS

Dienstgewicht: 54 t

LüP: 10.920 mm

Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h Streckengang, 30 km/h Rangiergang

Für die Ablösung der Dampflokomotiven der Baureihe 89, 91 und 92 sah ein Typenprogramm der Deutschen Reichsbahn die Neuentwicklung einer Rangierlokomotive mit einer Leistung von 440 kW (600 PS) und hydraulischer Kraftübertragung vor. Diese Maschine sollte im Rangier-, Arbeitszug-, Anschlussbahn- und leichtem Streckendienst einsetzbar sein. Gefordert wurde eine Achsfahrmasse unter 15 t, befahren von 80 m Gleisradien und Ablaufbergen.

Im Jahre 1958 entstand die erste Baumusterlokomotive. Die Serienfertigung begann 1961 mit V 60 1003 bis 1007. Im Jahre 1962 wurden die V 60 1008 bis V 60 1081 an die Deutsche Reichsbahn übergeben. Für unsere Maschine war It. Unterlagen die Betriebs-Nr. V 1095 vorgesehen. Sie wurde 1963 vom Lokomotivbau Karl-Marx in Babelsberg gebaut. Da das Stahl- und Walzwerk Brandenburg dringend Lokomotiven benötigte, wurde diese nicht an die Deutsche Reichsbahn, sondern unter der Fabrik-Nr. 270 095 an das Stahl- und Walzwerk

ausgeliefert. Sie erhielt eine Hitze abweisende silberne Lackierung, bis sie an die Baumwollspinnerei Leinefelde verkauft wurde. Unser Verein erwarb im Jahre 1991 diese Lok von der Baumwollspinnerei Leinefelde.

Dieser Beitrag wird in Zukunft noch über die Zeit der V 60 bei uns erweitert.

Kleinlokomotive Kö 816

Kleinlokomotive Kö 816

Hersteller: VEB Lokomotivenbau Karl Marx in Potsdam-Babelsberg

Baujahr: 1952

Fabrik-Nr. 249 816

Typ: N3

Leistung: 110 PS

Höchstgeschwindigkeit: 30 Km/h

Leergewicht: ca. 14,7 t

Dienstgewicht: ca. 15 t

Achsfolge: B

Achsstand: 2.500 mm

Länge über Puffer: 6.450 mm

Größte Breite: 3.070 mm

Größte Höhe über SO: 2.700 mm

Die zunehmende Konkurrenz des Güterverkehrs auf der Straße in den Jahren um 1930 veranlasste die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft, ihren Nahgüterverkehr zu beschleunigen. Dazu bediente man sich der Kleinlokomotive, welche durch ihre einfache Handhabung vom Bahnpersonal bedient werden konnte. Somit konnten die Zeitaufwendigen Rangierbewegungen der Nahgüterzüge in den Anschlüssen entfallen und die nachfolgenden Bahnhöfe schneller erreicht werden.

Auf Grund der Vereinheitlichung entstanden 2 Leistungsgruppen: die Kö 1 bis 39 KW Leistung und die Kö 2 mit mehr als 39 KW Leistung. Der Einsatz erfolgte je nach Leistungsbedarf der Rangieraufgaben.

Im Jahr 1935 waren ca. 750 Kleinlokomotiven Kö 2 bei der DRG im Einsatz. Sie unterschieden sich in unterschiedlichen Antriebskonzepten. Durchsetzen konnte sich der Dieselmotor mit Rädergetriebe und mit Flüssigkeitsgetriebe. In den Jahren 1942 bis 1944 baute man 226 Stück Kö 2 als Kriegsmotorlokomotive KML 2, wovon 200 Stück zur DRG gelangten.

Diese Einheitslok wurde ab 1947 vom VEB Lokomotivenbau Karl Marx Babelsberg als N 3 mit 44 KW (60 PS) und N 4 mit 66 KW (90 PS) nachgebaut. Die Deutsche Reichsbahn übernahm bis 1953 32 Loks und ordnete sie als Kö 4001 bis Kö 4032 ein.

Da 1953 schon mit der Entwicklung der V 10 B begonnen wurde, unterblieb eine weitere Beschaffung der Kö 2 (Typ N3 / N4) durch die DR.

Unsere Lok vom Typ N3 ist eine dieser nicht mehr übernommenen Lokomotiven und stand vermutlich deshalb eine gewisse Zeit beim Hersteller, bis sie einen Abnehmer im Industriebereich (Anschlussbahn) fand. Sie ist damit eine der letzten Loks, welche nach dem Vorkriegsbaumuster entstand und sich bis in die heutige Zeit im Eisenbahnbetrieb bewährt hat.

Am 04.06.1997 erfolgte die Übernahme durch unseren Verein. Mit dieser Lok wollen wir dieser Bauart als Nachkriegsbauart ein Denkmal setzen und betriebstüchtig der Nachwelt erhalten.

Bis zu unserer Übernahme sind uns folgende Daten bekannt:

1952 -1954  unbekannt

1954 – 1964  Ersatzteilspender im RAW Halle

25.11.1964  Indienststellung im Fischwerk Saßnitz / Rügen

01.11.1967  VEB Vereinigte Holzindustrie Fürstenberg / Havel

26.09.1985  VEB Lackfabrik Osterwieck / Harz

         1987  Umrüstung im RAW Halle auf Druckluftbremse

         1996  Verein zur Förderung des Eisenbahn-Museums Vienenburg e. V.

04.06.1997  Übernahme durch den Heiligenstädter Eisenbahnverein

Dieser Beitrag wird in Zukunft noch über die Zeit der Kö bei uns erweitert.

Dampflok 94 249

Dampflok 94 249

Sie wurde 1908 in Berlin Wildau von der Firma Schwartzkopff gebaut, unter der Bezeichnung Stettin 8104 an die Königlichen Eisenbahndirektion Stettin ausgeliefert und nahm dort ihren Dienst auf. Von 1908 bis 1925 war sie im Raum Stettin/Breslau unterwegs.

Über den Zeitraum von 1925 bis 1935 sind die Einsatzgebiete nicht genau bekannt. Danach war sie wohl bis 1941 im schlesischen Kohlerevier im BW Mochbern beheimatet. Ab 1941 verliert sich ihre Spur in den Wirren des Krieges, in dem auch ihr erstes Betriebsbuch verloren ging.

Sie ist die letzte noch erhaltene Tenderlokomotive der Bauart T 16 der Preußischen Staatseisenbahnen. Die Bauart T 16 war eine der ersten Dampflokomotiven, die mit dem sogenannten Gölsdorfantrieb ausgestattet war. Eine weitere Besonderheit unserer T 16 ist, dass sie den Antrieb auf der vierten Achse hat und nicht wie die meisten anderen T16 auf der dritten Achse. Ursprünglich war sie für steigungsreiche Strecken gedacht, konnte aber mit ihren Laufeigenschaften nicht überzeugen und wurde daraufhin nach einigen Modifizierungen eine Lok für den schweren Rangierdienst. Gebaut wurden zwischen 1905 und 1913 343 Stück der Bauart T16 mit Antrieb auf der vierten Achse.

Bei der Übernahme in die Deutschen Reichsbahn im Jahre 1925 wurde aus der Bauart T16 die Baureihe 94, womit unsere T 16 ihre heutige Nummer 94 249 bekam. Nach dem Ersten Weltkrieg verblieben nachweislich 65 Maschinen der Baureihe 94 im Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben die meisten noch funktionsfähigen Lokomotiven bei der Deutschen Bundesbahn und wurden bis 1955 ausgemustert. Die wenigen Fahrzeuge der Deutschen Reichsbahn schieden bis 1968 aus dem Bestand.

94 249 war nach ihrem Einsatz von 1935 bis 1941 im BW Mochbern erstmal verschwunden und wurde nach dem Krieg bei einer Lokzählung am 01.10.1945 in Sandersleben, zwischen Halle und Halberstadt, wiedergefunden, wo sie auf eine Hauptuntersuchung wartete.

Die fehlenden Zeiten werden ein Geheimnis bleiben, genauso wie diverse Einschussbeulen welche sie wohl zum Ende des Krieges abbekomme hat.
Bekannt sind nachweislich wieder Beheimatungen ab September 1947 in Betriebswerken der Deutschen Reichsbahn in Magdeburg, Haldensleben, Wismar, Wittenberge und Halle.

1967 wurde sie für das Verkehrsmuseum Dresden in Meuselwitz abgestellt. 1983 schied sie dort wieder aus und konnte 1988 von uns übernommen werden und ist somit schon 30 Jahre auf ihrem jetzigen Heimatbahnhof Heiligenstadt/Ost. Dafür hat der Verein damals 60 Tonnen Schrott gesammelt und diesen gegen die Lok getauscht, ansonsten wäre diese wohl verschrottet worden.

1994 wurde sie in die Denkmalsliste des Freistaates Thüringen aufgenommen und steht seitdem unter Denkmalschutz. Im Alter von 100 Jahren, 2008, bekam sie einen konservierenden Neuanstrich, um sie vor weiteren Verfall zu schützen.

Wir würden sie gerne unter ein Dach stellen, um sie auf Dauer besser erhalten zu können. Nur fehlen uns hier die finanziellen Mittel. Mit einem festen gesicherten Unterstand wäre sie auch vor diverser Sachbeschädigung geschützt. Im Frühjahr 2018 haben bislang unbekannte zwei ungesicherte Fenster der Lok eingeschlagen.

Da bislang kein gesicherter Unterstand in Sicht ist, arbeiten wir daran sie so gut wie möglich zu erhalten. Auch wenn immer wieder Stimmen aufkommen, man sollte sie auf jeden Fall aufarbeiten und wieder fahrtauglich machen, stellen sich die Fragen, wer die Kosten hierfür aufbringt, Wie und Wo soll sie eingesetzt werden? Vielleicht werden irgendwann wieder Dampflokomotiven gebraucht und unsere 94er ist dann dabei.