{"id":417,"date":"2019-10-04T11:05:22","date_gmt":"2019-10-04T09:05:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hev-ev.de\/WP\/?p=417"},"modified":"2025-11-23T19:28:46","modified_gmt":"2025-11-23T18:28:46","slug":"dampflok-94-249","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.hev-ev.de\/WP\/2019\/10\/04\/dampflok-94-249\/","title":{"rendered":"Dampflok 94 249"},"content":{"rendered":"\n<p>Sie wurde 1908 in Berlin Wildau von der Firma Schwartzkopff gebaut, unter der Bezeichnung Stettin 8104 an die K\u00f6niglichen Eisenbahndirektion Stettin ausgeliefert und nahm dort ihren Dienst auf. Von 1908 bis 1925 war sie im Raum Stettin\/Breslau unterwegs. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Zeitraum von 1925 bis 1935 sind die Einsatzgebiete nicht genau bekannt. Danach war sie wohl bis 1941 im schlesischen Kohlerevier im BW Mochbern beheimatet. Ab 1941 verliert sich ihre Spur in den Wirren des Krieges, in dem auch ihr erstes Betriebsbuch verloren ging. <\/p>\n\n\n\n<p>Sie ist die letzte noch erhaltene Tenderlokomotive der Bauart T 16 der Preu\u00dfischen Staatseisenbahnen. Die Bauart T 16 war eine der ersten Dampflokomotiven, die mit dem sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%B6lsdorf-Achse\">G\u00f6lsdorfantrieb<\/a> ausgestattet war. Eine weitere Besonderheit unserer T 16 ist, dass sie den Antrieb auf der vierten Achse hat und nicht wie die meisten anderen T16 auf der dritten Achse. Urspr\u00fcnglich war sie f\u00fcr steigungsreiche Strecken gedacht, konnte aber mit ihren Laufeigenschaften nicht \u00fcberzeugen und wurde daraufhin nach einigen Modifizierungen eine Lok f\u00fcr den schweren Rangierdienst. Gebaut wurden zwischen 1905 und 1913 343 St\u00fcck der Bauart T16 mit Antrieb auf der vierten Achse. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei der \u00dcbernahme in die Deutschen Reichsbahn im Jahre 1925 wurde aus der Bauart T16 die Baureihe 94, womit unsere T 16 ihre heutige Nummer 94 249 bekam. Nach dem Ersten Weltkrieg verblieben nachweislich 65 Maschinen der Baureihe 94 im Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben die meisten noch funktionsf\u00e4higen Lokomotiven bei der Deutschen Bundesbahn und wurden bis 1955 ausgemustert. Die wenigen Fahrzeuge der Deutschen Reichsbahn schieden bis 1968 aus dem Bestand. <\/p>\n\n\n\n<p>94 249 war nach ihrem Einsatz von 1935 bis 1941 im BW Mochbern erstmal verschwunden und wurde nach dem Krieg bei einer Lokz\u00e4hlung am 01.10.1945 in Sandersleben, zwischen Halle und Halberstadt, wiedergefunden, wo sie auf eine Hauptuntersuchung wartete. <\/p>\n\n\n\n<p>Die fehlenden Zeiten werden ein Geheimnis bleiben, genauso wie diverse Einschussbeulen welche sie wohl zum Ende des Krieges abbekomme hat.<br>\nBekannt sind nachweislich wieder Beheimatungen ab September 1947 in Betriebswerken der Deutschen Reichsbahn in Magdeburg, Haldensleben, Wismar, Wittenberge und Halle.<\/p>\n\n\n\n<p>1967 wurde sie f\u00fcr das Verkehrsmuseum Dresden in Meuselwitz abgestellt. 1983 schied sie dort wieder aus und konnte 1988 von uns \u00fcbernommen werden und ist somit schon 30 Jahre auf ihrem jetzigen Heimatbahnhof Heiligenstadt\/Ost. Daf\u00fcr hat der Verein damals 60 Tonnen Schrott gesammelt und diesen gegen die Lok getauscht, ansonsten w\u00e4re diese wohl verschrottet worden. <\/p>\n\n\n\n<p>1994 wurde sie in die Denkmalsliste des Freistaates Th\u00fcringen aufgenommen und steht seitdem unter Denkmalschutz. Im Alter von 100 Jahren, 2008, bekam sie einen konservierenden Neuanstrich, um sie vor weiteren Verfall zu sch\u00fctzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir w\u00fcrden sie gerne unter ein Dach stellen, um sie auf Dauer besser erhalten zu k\u00f6nnen. Nur fehlen uns hier die finanziellen Mittel. Mit einem festen gesicherten Unterstand w\u00e4re sie auch vor diverser Sachbesch\u00e4digung gesch\u00fctzt. Im Fr\u00fchjahr 2018 haben bislang unbekannte zwei ungesicherte Fenster der Lok eingeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da bislang kein gesicherter Unterstand in Sicht ist, arbeiten wir daran sie so gut wie m\u00f6glich zu erhalten. Auch wenn immer wieder Stimmen aufkommen, man sollte sie auf jeden Fall aufarbeiten und wieder fahrtauglich machen, stellen sich die Fragen, wer die Kosten hierf\u00fcr aufbringt, Wie und Wo soll sie eingesetzt werden? Vielleicht werden irgendwann wieder Dampflokomotiven gebraucht und unsere 94er ist dann dabei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dieser Beitrag wird in Zukunft noch \u00fcber die Zeit der 94er bei uns erweitert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<table id=\"tablepress-1\" class=\"tablepress tablepress-id-1\">\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-1\">\n\t<td class=\"column-1\">Baujahr<\/td><td class=\"column-2\">1908<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">Baureihe<\/td><td class=\"column-2\">942-4 (preu\u00df. T 16)<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">Hersteller<\/td><td class=\"column-2\">Schwartzkopff Berlin<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">Bauart<\/td><td class=\"column-2\">Eh2t pr T 16<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">Leistung<\/td><td class=\"column-2\">1117 PS<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">Betriebsgattung<\/td><td class=\"column-2\">Gt 55.15<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">H\u00f6chstgeschwindigkeit<\/td><td class=\"column-2\">40 km\/h<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8\">\n\t<td class=\"column-1\">Dienstmasse<\/td><td class=\"column-2\">75,6t<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9\">\n\t<td class=\"column-1\">Lok-Leergewicht<\/td><td class=\"column-2\">60,2t<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-10\">\n\t<td class=\"column-1\">Betriebsdruck<\/td><td class=\"column-2\">12 bar<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-11\">\n\t<td class=\"column-1\">Rostfl\u00e4che<\/td><td class=\"column-2\">2,28 m\u00b2<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-12\">\n\t<td class=\"column-1\">Strahlungsheizfl\u00e4che<\/td><td class=\"column-2\">12,15 m\u00b2<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-13\">\n\t<td class=\"column-1\">Heizrohrfl\u00e4che<\/td><td class=\"column-2\">88,41 m\u00b2<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-14\">\n\t<td class=\"column-1\">Wasservorrat<\/td><td class=\"column-2\">7 m\u00b3<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-15\">\n\t<td class=\"column-1\">Kohlevorrat<\/td><td class=\"column-2\">2 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-16\">\n\t<td class=\"column-1\">Kessel\u00fcberdruck<\/td><td class=\"column-2\">12 kp\/cm2<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-17\">\n\t<td class=\"column-1\">Kesselmasse<\/td><td class=\"column-2\">20,8 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-18\">\n\t<td class=\"column-1\">Anzahl der Heizrohre<\/td><td class=\"column-2\">152<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-19\">\n\t<td class=\"column-1\">Anzahl der Rauchrohre<\/td><td class=\"column-2\">21<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-20\">\n\t<td class=\"column-1\">Zylinderdurchmesser<\/td><td class=\"column-2\">610 mm<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-1 from cache -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie wurde 1908 in Berlin Wildau von der Firma Schwartzkopff gebaut, unter der Bezeichnung Stettin 8104 an die K\u00f6niglichen Eisenbahndirektion Stettin ausgeliefert und nahm dort ihren Dienst auf. 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